Pedrita Studio x The Cloud One Lissabon


Pedrita ist ein multidisziplinäres Designstudio mit Sitz in Lissabon, das 2005 gegründet wurde.
Inspiriert von portugiesischen traditionellen Formen und Techniken wirft Pedrita Studio mit ihren Projekten einen Blick auf vergangene wie gegenwärtige portugiesische Kultur
Jedes Projekt wirft einen neugierigen Blick auf Prozesse und Materialkultur und führt zu unerwarteten und bewussten formalen Lösungen.
Für unser The Cloud One Lissabon haben sie ein für Portugal ganz typisches Ausdrucksmedium gewählt: Kacheln.


Pedrita Studio x TCO
Ein Lächeln aus dem Lost&Found-Archiv
IMG_0832.jpg – so schlicht der Titel, so vielschichtig das Kunstwerk. Pedrita Studio hat für die Terrasse des TCO Lissabon ein ortsspezifisches Fliesenwerk geschaffen, das zeitgenössische portugiesische Keramikkunst mit persönlicher Erinnerungskultur verbindet. Das Motiv stammt aus ihrem Lost&Found-Fotoarchiv, einer Sammlung verlorener und wiedergefundener Bilder, die 2018 für eine Ausstellung in der Underdogs Gallery entstand. Alltägliche Episoden, spontane Momente und inszenierte Posen – dieses akribische Archiv regt zum Nachdenken über Verlust und Wiedererlangung an: unserer individuellen Erinnerungen, unserer kollektiven Referenzen, unseres kulturellen Erbes.
Für TCO wählten die Studio-Künstler rund um Rita João das Foto einer anonymen Frau – verträumt, selbstbewusst, nach oben und nach außen blickend. Ihr Lächeln strahlt eine Gelassenheit aus, die perfekt zur Atmosphäre der Terrasse passt. Die Komposition ergänzt den organischen Fluss des vertikalen Gartens an der Wand, als würde das Kunstwerk mit den Pflanzen in Dialog treten.
Zwischen Tradition und Innovation: Die „Grão"-Technik
Die technische Umsetzung verbindet Vergangenheit und Gegenwart: Alte, nicht mehr erhältliche portugiesische Industriefliesen treffen auf handbemalte Fliesen, die eigens für dieses Werk angefertigt wurden. Pedrita arrangiert sie nach ihrer charakteristischen „Grão"-Kompositionstechnik – basierend auf dem Pixel-Prinzip der fotografischen Körnung.
Jede Fliese wird zum Bildpunkt, zusammen ergeben sie ein monumentales Porträt.
Die schiere Größe stellte eine einzigartige Herausforderung dar. Ursprünglich dachten die Künstler an tierische oder pflanzliche Themen, doch je mehr sie experimentierten, desto klarer wurde: Ein kommunikativeres Werk würde dem Ort besser gerecht. Die gemischten Farben der Industriefliesen sollten durch eine organischere Ebene ausgeglichen werden – durch die Handarbeit, die Wärme, die menschliche Präsenz.


Wenn Pixel zu Fliesen werden
Inspiration Fundação Calouste Gulbenkian
Der Auftrag kam vom The Cloud One art&Design-Team mit einer besonderen Vorgabe: Die Umgebung und Gärten der Fundação Calouste Gulbenkian sollten als Inspirationsquelle dienen. Für Pedrita Studio ist dieser Ort Teil ihrer Kindheit, ein Raum zum Nachdenken und Träumen. Auch wenn die Fundação nicht direkt im Werk erscheint, ist ihre Essenz spürbar – die Verbindung von Natur, Kunst und Kontemplation.
Die größte Herausforderung bei Auftragsarbeiten liegt für Pedrita Studio immer darin, eine Komposition zu schaffen, die nicht nur in der gewünschten Größe funktioniert, sondern auch eine Verbindung zur Geschichte des Ortes herstellt. Es geht um den Sweet Spot, an dem das Kunstwerk mit seiner Umgebung in Dialog tritt und dennoch Raum für individuelle Interpretationen lässt. Dieser Aspekt spiegelt die zeitgenössische Faszination für das Hinterfragen etablierter Narrative wider – der Betrachter wird eingeladen, sich aktiv einzubringen und eine persönliche Verbindung zum Kunstwerk aufzubauen.
Zeitgenössisches Lissabon erleben
Das Fliesenwerk bringt einen lokalen Künstler und eine zeitgenössische portugiesische Fliesensprache an den Standort – eine Verbindung zu den traditionellen Materialien Lissabons, die TCO-Gästen einen authentischen Einblick in das moderne Lissabon bietet. Für Pedrita Studio bedeutet die Stadt alles: „Unser Zuhause, hier sind wir geboren und aufgewachsen.", so Rita João, Teil von Pedrita.
Im kreativen Prozess interessieren sich die Künstler weniger für Geschichte und Fakten als für Ziele und Pläne. Sie sammeln einfache Auslöser, um die turbulente Flut von Möglichkeiten in Gang zu setzen – trotz aller technischen Herausforderungen. Das Ergebnis: Ein Kunstwerk, das die glücklichen Hotelgäste der Zukunft inspirieren soll, die sich hier erholen und den Innenhof genießen.